Sonntag, 2. Juli 2017

[REZENSION] Into the Water von Paula Hawkins


»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …(Quelle: Amazon.de)






Ich weiß wirklich nicht, wo ich anfangen soll, denn mir hat dieses Buch überhaupt nicht gefallen. Meine Hoffnungen waren groß - der Klappentext klingt super und die Lust auf einen Thriller war da. Paula Hawkins interessiert mich seit ihrem Erfolg durch "Girl on the Train", obgleich ich dieses noch nicht gelesen habe. Vorab schien mit "Into the Water" alles zu stimmen und auch die ersten achtzig Seiten waren atmosphärisch, spannend und versprachen eine ausgeklügelte Geschichte.

Was folgte, war ein Durcheinander aus Charakteren, die man schon bald nicht mehr voneiannder unterscheiden konnte und für die man sich auch nicht interessierte. 

"Into the Water" wird von sehr vielen Stimmen erzählt. Einige davon, die Schwester und die Tochter der Toten, haben mich sehr interessiert. Diese Kapitel ließen sich gut lesen und brachten neue, spannende Aspekte mit sich. Doch Jules und Lena waren nur ein Teil der Charaktere, die zum Sprechen gebracht wurden. Da gab es Polizisten, Nachbaren, Lehrer, frühere Freunde ... all diese Figuren hatten gemeinsam, dass sie flach eingeführt wurden und auch während der Handlung kein richtiges Gesicht bekamen. Sie blieben schemenhaft, was dazu führte, dass ich keine Bindung oder Sympathie zu ihnen aufbauen konnte.

Die Handlung dümpelt vor sich hin - und verliert sich schließlich in Banalitäten. Details werden so lange ausgereizt, bis man den Blick für das Wichtige verliert und einfach nur noch will, dass das Kapitel ein Ende nimmt.

Ohne Frage: Die Grundidee ist spannend! Deshalb habe ich das Buch gelesen. Auch die zusätzlichen Kapitel um den Drowning Pool haben mir gefallen. Die Plotentwicklung ging jedoch sehr langsam vor sich - für mich zu langsam. Dem Buch hätte es gut getan, wenn es 200 Seiten kürzer gewesen wäre.

Ein Fazit? "Into the Water" wird als Spannungsroman beschrieben, ist aber eher eine detailliert ausgeschlachtete Geschichte, die gute Ansätze kennt, diese aber nicht auszführen vermag. 

Von mir gibt es daher

 


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