Sonntag, 21. Mai 2017

[REZENSION] Wintersong von S. Jae-Jones

“There is music in your soul. A wild and untamed sort
of music that speaks to me. It defies all the rules and laws you humans set upon it. It grows from inside you, and I have a wish to set that music free.” 


Wie soll ich anfangen, euch von einem Buch zu erzählen, das mich so tief bewegt hat, dass all meine Worte sich verflüchtigt haben und ich nur noch aus Gefühl bestehe? Ich bin Musik, ich bin Winter, Sommer, ich bin die Unterwelt, ich bin der Erlkönig.
Ich bin verliebt in diesen grausamen Herrscher, in diesen genialen Charakter, in seine Zerrissenheit, seine Verzweiflung, seine Hoffnung.



“Yes, you have the very soul of me, Elisabeth.”
“Then your name, mein Herr.”
He laughed softly, but it was a gasp of pain, not of joy. “No.”
“Why?”
“So you will forget me,” he said simply. “You cannot love a man with no name.” 


Wenn ich sage, dass dieses Buch alles ist, wonach ich in einer Geschichte suche, sind das keine leeren Worthüllen, sondern die Wahrheit. Ich gehe vorsichtig mit dem Wort vollkommen um, doch genau das ist es. Es ist ein Meisterwerk, eine sanfte Geschichte voller Brutalität, voller Zweifel, voller Symphonien. Es ist die Geschichte von Liesl & dem Goblin King, eine Liebesgeschichte, die schon früh begann, aber unter keinem guten Stern steht.

“Once there was a little girl who played her music for a little boy in the wood. She was small and dark, he was tall and fair, and the two of them made a fancy pair as they danced together, dancing to the music the little girl heard in her head.”  

Es gibt wohl tausend Gründe, wieso ich dieses Buch liebe. Und nicht einen, der die kritische Stimme in mir weckt, die mir die Ungereimtheiten ins Ohr flüstert. Die Fehler. Das Versagen. Nein, ich bin still, wenn es um "Wintersong" geht. Meine Kritik stirbt, mein Lob ist immer noch unaussprechbar.
Ich.bin.sprachlos.

“What would you do, if you were a free man?”
“I would take my violin and play. I would walk the world and play, until someone called me by name and called me home.” 

Es ist nahezu unmöglich, mehr Leidenschaft zwischen zwei Buchdeckel zu packen. Mehr Verlangen. Mehr Romantik. Mehr Verzweiflung. Mehr Spannung. Ich glaube, das Buch hat alles. Es ist viel und es wird mehr, je länger ich darüber nachdenke. Denn es gibt Szenen, die sich erst im Nachhinein ergeben, Szenen, die sich erst vollkommen eröffnen, wenn ich über sie nachdenke.

“I am not a saint; I am a sinner. I want to sin again and
again and again.” 

Ich hätte nicht gedacht, dass gerade der Erlkönig mein neuer Bookboyfriend wird - eine Gestalt, vor der ich mich in meiner Kindheit so sehr gefürchtet habe, dass ich wochenlang nicht allein schlafen konnte. Ich dachte immer, er lauert unter meinem Bett und lockt mich in den Wald, wo er sich an mir vergehen kann. Mittlerweile hätte ich nichts mehr dagegen.
“Your music," he said at last. "Your music was the only thing that kept me sane, that kept me human instead of a monster.” 

Machen wir Nägel mit Köpfen:
Wintersong hat tolle Charaktere, eine wahnsinnig spannende Story, lässt Raum zur Interpretation, bedient sich nahezu keiner Klischees, spielt zu Mozarts Zeit in Salzburg, lässt selbst in mir die Musik lebendig werden, für die ich sonst nichts empfinde.

Wintersong ist meine neue Nummer 1 im Bereich Fantasy. Ich habe lange nachgedacht, aber mir hat kein Buch in diesem Genre jemals so gut gefallen.

“This was the Goblin King. The abductor of maidens, the punisher of misdeeds, the Lord of Mischief and the Underground.” 

 5 Sterne kommen mir viel zu wenig vor, um das Buch zu fassen, denn eigentlich ist es viel mehr.
Für immer mehr.

14/15



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