Montag, 24. April 2017

[REZENSION] PAPER BUTTERFLIES von Lisa Heathfield

Wenn ich gewusst hätte, was "Paper Butterflies" mit mir macht, hätte ich es vielleicht nicht gekauft.
Aber dann wäre ich jetzt leerer, unwissender und mir würde ein ganzes Stückchen Wahrheit fehlen.

Meine Hände zittern, während ich das hier schreibe. Ich habe "Paper Butterflies" vor einer halben Stunde fertig gelesen und ich bin ein Wrack.
Wahrscheinlich werde ich das noch eine ganze Weile bleiben.

Ich bin wütend, traurig, verliebt, aufgeregt und all das zur selben Zeit. Ich wäre eben beinahe erstickt, so sehr habe ich gelitten. Ich war kurz davor, aufzuhören, weil es zu viel war. Viel zu viel.

June's life at home with her stepmother and stepsister is a dark one - and a secret one. Not even her father knows about it. She's trapped like a butterfly in a jar. But then she meets Blister, a boy in the woods. And in him, June recognises the tiniest glimmer of hope that perhaps she can find a way to fly far, far away. But freedom comes at a price.. (Amazon.de)



Als ich das Buch das erste Mal in der Buchhandlung gesehen habe, habe ich keinen Blick auf den Klappentext geworfen. Ich wusste nicht, um was es geht. Ich kannte die Autorin nicht. Ich finde nicht einmal das Cover sonderlich schön. Aber ich habe es mitgenommen, ohne eine Sekunde des Zweifels, weil ich wusste, dass ich es lieben werde.

Und jetzt ... hasse ich es.
Aber wisst ihr, das ist in diesem Fall dasselbe wie Liebe.
Verdammt, ich weiß nicht, wie eine Geschichte, die sich über 300 Seiten erstreckt, einen so mitnehmen kann. Warum sie das Potenzial hat, zu zerstören.
Aber vielleicht kann sie ein Leben auch verändern.

"Forgiveness is easy", he says. "It's just like a door. You open it and walk through."

 Ich weiß nicht mehr, was richtig und falsch ist, aber ich weine schon wieder. 
"Paper Butterflies" behandelt ein Thema, über das man nicht viel liest. Es geht um eine Art der häuslichen Gewalt, die von Seiten der Stiefmutter und Stiefschwester ausgeübt wird. June droht daran zu zerbrechen, aber sie wird stärker über die Zeit.

"If I had a match, I could light this humiliation up and burn it to ashes inside me."

Die ersten 200 Seiten waren toll. Atmosphärisch, spannend, authentisch und genau so, wie ich es mir von einem Young Adult Buch erhoffe. Es war toll, June über die Jahre zu sehen und Blister kennen zu lernen.

"If you hold hands tight, you can run blind through any storm."

Auf den letzten 100 Seiten ist etwas passiert. Die Geschichte hat sich verändert. Sie hat sich aus der Fiktionalität gelöst und ist auf einmal real geworden. Ich war June, ich war Blister, ich war dort und ich bin gestorben. Mehr als einmal.
Als der Plottwist kam, habe ich aufgehört zu lesen. Ich wusste, dass ich das Ende nicht so einfach ertragen würde, bin nach Hause gefahren und habe mich eine Stunde lang eingeschlossen.
Und dann ... war es vorbei.
Einfach so.
Nein, nicht einfach so.
Es war ein Donnerschlag, ein Gewitter, ein Sturm, ein Unwetter. Irgendwann wurde ich vom Blitz getroffen. Ich weiß nicht, wann ich je wieder aufstehen kann.

"Blister and I lie on our backs, out feet tucked into the same bucket of water."

June & Blister sind für mich ein Jahreshighlight. Das bisher beste Buch 2017. Auch, wenn ich nicht glaube, dass ich aus ihrem Albtraum jemals wieder aufwachen werde.
Aber wisst ihr was?
Schmetterlinge können auch mit gebrochenen Flügeln fliegen, man muss ihnen nur Zeit dazu geben.


5 Sterne, 14 Punkte und obwohl ich mir meine Finger wund geschrieben habe, bin ich noch immer sprachlos. 

Kommentare:

  1. Tolle Rezension! :)
    Da möchte man doch glatt wissen welche dramatische Wendung in den letzten Seiten auf Einen warten. :D

    Liebe Grüße, Natascha :)

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    1. Danke <3
      Jaa, es ist auf jeden Fall eine sehr überraschende Wendung :D

      LG Regina :)

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