Mittwoch, 22. März 2017

[REZENSION] Für immer ein Teil von mir von Michelle Andreani und Mindi Scott

Vornweg: Ich habe dem Buch eine Chance gegeben. Es hat gelacht.

182 Tage ohne sie! Seit dem Tod ihrer besten Freundin Ashlyn ist Cloudys Welt leer und einsam. Auch Kyle verliert sich in seiner unendlichen Trauer. Er wäre der Einzige, mit dem Cloudy über ihren Verlust sprechen könnte, doch zwischen ihnen ist etwas geschehen, über das sie für immer schweigen wollten. Dennoch begleitet Kyle sie, als Cloudy beschließt, die drei Menschen aufsuchen, die durch Ashlyns Organspende gerettet wurden. Ein Abschied, aber vielleicht auch ein Neuanfang? (Quelle: Amazon.de)







Vielleicht hätte mich der Klappentext skeptisch machen sollen, denn er ist so salopp und oberflächlich geschrieben, dass das Buch keinen zweiten Blick verdient. Dennoch habe ich es als Reziexemplar angefordert, weil mich die Thematik Organspende sehr interessiert und ich durch Kira Gembri & Lily Oliver gemerkt habe, dass sie auch gut umgesetzt werden kann. Vorsichtig, aber gut.

Wie war es hier?
Kennt ihr diese Bücher, die ihr am liebsten zerreißen würdet? Die euch das Lesen hassen lehren? Die sich wohl in der Mülltonne am wohlsten fühlen? Entschuldigung, dass ich so übertreibe (tue ich das?!), aber das hier war so ein Buch.
Ich habe schon auf den ersten 50 Seiten gemerkt, dass der Schreibstil nichts für mich ist & ich wahrscheinlich nicht warm damit werde. Details werden ausgeschlachtet, unsinnige Gespräche bis ins kleinste Bisschen wiedergegeben. Vor wichtigen Dingen macht man Halt. Wichtige Dinge werden angerissen, aber keineswegs angesprochen.

Kommen wir zu den Charakteren:
Kyle ist der zurückgebliebene Ex-Freund. Cloudy ist die zurückgebliebene beste Freundin.
Das wars? Streng genommen schon, denn auch nach 351 Seiten konnte ich keinen der beiden greifen. Am Anfang waren sie mir durch ihre aufgesetzte und völlig unauthentische Art noch unsympathisch, ab der Mitte wäre mir sogar ihr Tod egal gewesen. Cloudy und Kyle haben keine Substanz. Die Autorinnen haben verzweifelt versucht, sie mit möglichst vielen Eigenschaften und Eigenarten auszustatten, aber nichts davon hat "echt" gewirkt, alles war so "dazugeschrieben", dass man auf jeder Seite gemerkt hat, dass es sich um eine fiktive Geschichte gehandelt hat,
die.
nichts.
mit. der. Realität.
zu. tun. hat.

Der beschriebene Roadtrip gefällt mir überhaupt nicht, er ist stumpf dargestellt, mehr gewollt als gekonnt. Das Buch versucht verzweifelt, dich zum Weinen zum Bringen, es versucht, dein Herz zu brechen.
Wisst ihr, warum mein Herz gebrochen ist?
Weil so viel Potenzial verschenkt wurde! Ehrlich, die Geschichte hätte ein Knaller werden können. Aber anscheinend waren hier die falschen Autoren am Werk.

Die letzten 150 Seiten hätte ich sogar lieber was für die Uni gemacht.

Sehr schade, aber es kann nicht jedes Buch eine Flora Banks sein.


Kommentare:

  1. ... auch ohne das Buch zu kennen, kann ich sagen, dass dein Schreibstil ihm weit überlegen ist :D - ich hab mich bei der Rezi echt amüsiert. Ja, manchmal gibt es Bücher, die will man dem Verleger um die Ohren schlagen und schreien "Und für diesen Scheiß habt ihr Bäume getötet"...


    Liebe Grüße
    Daniela Walch

    (von buchvogel.blogspot.com)

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    1. Liebe Daniela,

      danke :D Das freut mich sehr! Jaa, den Baum hätten sie ruhig mal stehen lassen sollen :D

      LG Regina

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