Donnerstag, 23. Februar 2017

[REZENSION] Wir zwei in fremden Galaxien

Meine Februarleseflaute ist endlich überwunden, weswegen es heute noch einmal eine Rezi für euch gibt!

"Wir zwei in fremden Galaxien" stand nie wirklich auf meiner Wunschliste. Als ich am Valentinstag im Thalia war, habe ich es jedoch gesehen und mich in das Cover schockverliebt. Kurzerhand ist das Buch bei mir eingezogen.

Erst einmal der Klappentext:
"Wir sind eine der interstellaren Generationen. Wir haben die Erde nie gesehen; wir werden unser Ziel nie zu sehen bekommen. Dieses Raumschiff, auf seiner siebenhundertjährigen Reise, ist das Einzige, was wir jemals sehen werden. Was unsere Kinder je sehen werden. Was unsere Eltern je gesehen haben."


Die 17-jährige Seren lebt seit ihrer Geburt auf der Ventura und steht kurz vor der Abschlussfeier ihres Schuljahrgangs. An diesem Tag wird nicht nur entschieden, in welchem Bereich des Raumschiffs sie in Zukunft arbeiten soll, vor allem wird bekanntgegeben, wer aus dem aktuellen Jahrgang zu ihrem Lebenspartner ausgewählt wurde. Doch Seren hat ein Problem, denn sie hat sich verliebt. Mit dem spanischstämmigen Domingo, kurz Dom, erlebt sie echte Gefühle, das Herzklopfen der ersten Liebe. Doch beide wissen, dass sie damit gegen alle Regeln verstoßen und nur heimlich zusammen sein können. Als sich für das junge Paar eine Möglichkeit ergibt, das Raumschiff zu verlassen, muss Seren sich entscheiden. Will sie die sicheren Räume der Ventura verlassen, ohne zu wissen, ob sie außerhalb überleben können? Aber was ist die Alternative? (Quelle: Amazon.de)





Ich hatte das Buch schon fertig gelesen, aber ich erfahren habe, dass es von der Kritik momentan ziemlich zerrissen wird. Auf Amazon und Lovelybooks gibt es massenhaft kritische, 1,2 oder 3-Sterne-Rezensionen, die dem Buch zusammengefasst immer dasselbe vorwerfen:
- es ist flach geschrieben
-die Grundidee hat Potenzial, wude aber überhaupt nicht ausgenutzt
-es wurde nur ein winziges Bisschen des Lebens gezeigt, nur ein kleiner Ausschnitt, der nicht reicht
-Die Protagonistin ist dumm
-Das Buch ist eine Zusammenfassung aller Bücher, die im interstellaren Raum spielen.

Ich kann diese Punkte nachvollziehen, irgendwie.
Dennoch ist es mir während dem Lesen nicht so vorgekommen.

Wisst ihr, welche Art von Geschichten ich richtig hasse?
Die ganzen Jugendfantasybücher, bei denen man sich verarscht vorkommt: schüchternes Mädchen, neuer Junge, Liebe auf den ersten Blick, dunkles Geheimnis, dunkle Prophezeiung, Happy End mit Kitschtorte.
Ich.kann.es.nicht.mehr.sehen.

Vielleicht liebe ich aus diesem Grund "Wir zwei in fremden Galaxien" so sehr.
-Ich kam mir beim Lesen so vor, als hätte Seren ihren eigenen Willen. Sie ist ein sehr depressives Mädchen, das sich viele Gedanken über die Sinnlosigkeit des Lebens macht, das generell viel nachdenkt und immer ein bisschen melodramatisch wirkt. 
-Domingo, der Love Interest, ist eine Art Bookboyfriend, dafür aber eigentlich zu untypisch. Was mich bei Jugendfantasy immer nervt, ist die Tatsache, das man ihm auf Teufel komm raus eine "dunkle Vergangenheit" andichten muss, um ihn "mystischer" zu machen. Auch Domingo hat da etwas, aber seine Ecken und Kanten wirkten authentisch. Außerdem ist er nicht die Art Babboy, die mir jedes Buch versaut - siehe Kaden aus Begin Again :D

-Können wir mal kurz innehalten und hudligen, WELCHE TOLLE IDEE DAS BUCH HAT? Sie ist neu, vielschichtig, spannend, mit so viel Potenzial ABER VOR ALLEM ist sie verdammt philosophisch, tiefgründig und etwas, über das man wirklich nachdenken kann. Etwas, das Tiefgang hat. Wie oft kommt das bei Jugendfantasy vor? Genau.
(Einwand: Ich weiß nicht genau, in welches Genres das Buch gehört. Erst einmal ist es irgendwie Fantasy, streng genommen kann die Geschichte aber auch passieren. Teil 2 wird das endgültige Genre herausfinden.)

-Zur Kritik: Wir sehen nur einen kleinen Teil des Universums.
Ja. Natürlich.
Denn genauso funktioniert das Leben, oder?
Man ist in seiner kleinen Existenz gefangen, die einen bestimmt. Man weiß von der Welt, man kennt Geschichten, aber gesehen hat man immer nur seinen kleinen Teil.
Außerdem gehört Seren der verlorenen Generation an. Es ist darauf ausgelegt, dass wir so wenig vom "System" mitbekommen, dass wir mit so wenig "Informationen" gefüttert werden, weil das seit sechzehn Jahren ihr Leben ist. 
Jeden. Tag.
Und wenn wir das nicht mal 332 Seiten aushalten ... können wir uns vielleicht vorstellen, wie das für sie sein muss.



Das Buch soll eine Zusammenfassung sein aller Bücher, die bisher auf diesem Gebiet erscheinen sind?
Mh. Ich habe These Broken Stars gelesen - und es war total anders.
Ich höre gerade Der Rat der Neun - und es ist total anders.
Ich kenne und liebe die Luna-Chroniken - und sie sind total anders.
Vielleicht kenne ich die entsprechenden Bücher nicht, mit denen "Wir zwei in fremden Galaxien" verglichen wird, aber momentan prallt die Kritik an mir ab.

Noch ein Grund zum Schluss, wieso mir das Buch so gut gefallen hat:

Es war traurig. Verdammt halszuschnürend, erdrückend traurig.
Gut, das sind viele Bücher. Ich weine auch nicht selten, muss ich zugeben, aber hier waren die Emotionen im letzten Drittel so greifbar, so authentisch, so ... beklemmend, dass ich fast aufgehört hätte zu lesen. Diese eine Szene ... die ich euch nicht verraten werde ... aber diese eine Szene hat mich gebrochen.

Tolle, tolle Leistung, Kate Ling!
Ich kann Teil 2 nicht abwarten.

 

Kommentare:

  1. hallo, also ich hab mir das Buch gerade gekauft weil mich die Story und aj auch das Cover so faszinieren - ich bin gespannt wie ich es fnden werde :-) Deine rezenssion finde ich schon mal sher gut

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    1. Das freut mich :) ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen :)

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