Freitag, 6. Januar 2017

Rezension Our chemical hearts von Krystal Sutherland


*****REZENSION OUR CHEMICAL HEARTS*****

Ich habe ewig keine Rezension geschrieben. Warum? Weil der Drang, mich mitzuteilen und über eine gewisse Geschichte zu reden, relativ klein war. Weil der Oktober aus guten, aber nicht aus atemberaubenden Büchern bestand.

Atemberaubenden Büchern wie "Our chemical hearts".

Vorneweg:
"Our chemical hearts" hat es in mein Lieblingsbuchregal geschafft. Das sah auf den ersten Seiten noch nicht so aus.
Außerdem war es das 100. Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe & ich bin so froh, dass es kein Schund geworden ist :D.

Nunja.
Nochmal vorneweg: Typische Rezensionen gehen mir auf den Geist, also wird diese anders.

Trotzdem der Klappentext:
A bittersweet, funny, sad story of friendship, first love, and heartache, all rolled into one spellbinding tale, from a stunning debut novelist. For fans of John Green, Rainbow Rowell and E. Lockhart. Henry Page, a hopeless romantic and film buff, is smitten as soon as Grace Town walks into his classroom. But Grace - who looks in need of a good bath, is dressed in guy's clothing, and walks with a cane - is unlike any leading lady he's ever obsessed over. And when Henry and Grace are both offered positions as editors of their high school newspaper, the mystery of Grace begins to captivate him. Why does she visit a graveyard every afternoon? What secret does she keep locked away in her bedroom? Above all, why is Grace Town so deeply sad? Before he knows it, Henry is sure that he is the one to unlock her happiness. But Grace is capricious, changeable, infuriating, and, above all, damaged. Henry will need to be the strongest he has ever been to survive this particular love story.
(Quelle: Amazon.de)

Ich habe dieses Buch am Erscheinungstag in London entdeckt, es in die Hand genommen und zwei Sekunden später in meinen Korb gelegt. Da war schon so ein Gefühl, dass ich es mögen würde. Außerdem wird damit geworben, dass es eine Mischung aus Rainbow Rowell und John Green ist und ganz ehrlich ... was gibt es Besseres?
Nach dem Lesen finde ich allerdings, dass es eher John Green und Jennifer Niven sind. Und David Leviathan. Vor allem aber Krystal Sutherland, denn sie hat es nicht nötig, sich hinter großen Namen zu verstecken.

In der Geschichte geht es um Grace Town und Henry Page.
Beide lieben Wörter. Sprache, das Schreiben, auch wenn Grace damit aufgehört hat.

"Which is part of the reason I don't write anymore. Becaus words fail."

Grace ist sonderbar. Sie kleidet sich in Jungenklamotten, riecht seltsam, sieht nicht sehr gepflegt aus und benutzt zum Gehen einen Krückstock. Grace wird schief angesehen, aber Henry entdeckt etwas in ihr, das ihm gefällt. Etwas, das ihn dazu bringt, sie nicht vergessen zu können.
Und recht schnell merkt er, dass Grace sonderbar ist.
Aber sie ist so viel mehr.

"A human being is a collection of atoms that comes together into an ordered pattern for a brief period of time and then falls apart again. I find comfort in my smallness."

Grace macht sich viele Gedanken. Über das Leben. Das Sterben.

"The best thing the universe ever gave us is that we'll all be forgotten."

Der Klappentext lässt vermuten, dass Grace etwas Dunkles mit sich herumträgt. Ein Geheimnis. Und das war tatsächlich der Part, vor dem ich Angst hatte. Denn so funktionieren die Young Adult Bücher: Es geht immer um die Vergangenheit der Protas. Und ja, eigentlich nervt mich das ein bisschen. Auch Grace' Geheimnis ist keine Neuerfindung vom Rad

ABER

OMG.

Ich habe schon oben gesagt, dass der Anfang des Buches eher gewöhnlich war. Schön zu lesen, aber nichts Weltbewegendes.
Doch dann kam diese eine Stelle.
Diese verdammte Stelle, die alles erklärt und mir das erste Mal ein Loch ins Herz gerissen hat (Mittlerweile sind da übrigens nur noch Löcher.)
Ganz ehrlich, ich habe selten ein Kapitel gelesen, bei dem ich mich so eleding gefühlt habe. Ein Kapitel, das so intensiv war, dass ich kaum atmen konnte.

Henry liebt Grace.
Unerschütterlich. Unwiderbringlich.
Aber es ist schwierig.
Und ja, ich habe Grace Town gehasst. Stellenweise hätte ich das Buch am liebsten zerrissen und ihr eine imaginäre Ohrfeige verpasst.
Aber ich weiß ganz genau, dass
-ich auch eine Grace bin.
Und ich -
genau dasselbe getan hätte.
Das macht es nur nicht besser.

"It makes me feel brave, knowing I'll get a blank state at the end."

Die Geschichte war eine Achterbahnfahrt.
Es fing langsam an.
Zwischendurch gab es einige Loopings, die mich schön durcheinander gebracht haben.
Und das Ende?
Das war ein freier Fall.
Ich falle immer noch.

Was bedeutet das jetzt im Genauen?
Ihr müsst Henry und Grace kennen lernen. Auch wenn es wehtut, auch wenn es schwer wird, aber lasst euch sagen, dass über allem Hoffnung liegt.
Und der Hammer, der ab und zu auf euch einschlägt (Aber hey, was gegen Gehirnerschütterungen?)

"I love you as certain dark things are to be loved, in secret, between the shadow and the soul."

Das Ende - ohne zu spoilern - hat das Buch für mich perfekt gemacht. Weil man manchmal in seinem eigenen Leben nur eine Nebenrolle spielt.

Und jetzt werdet ihr es alle kaufen und lesen und Henry lieben lernen. Denn zumindest DAS hat Grace erkannt:

"You're an extraordinary collection of atoms, Henry Page."

Bäm.
5/5 Sterne.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen