Freitag, 6. Januar 2017

Rezension Fangirl von Rainbow Rowell

WARUM MAN FANGIRL EINFACH LIEBEN MUSS
oder: die etwas andere Rezension

Normalerweise fange ich meine Rezensionen mit den Eckdaten an, d.h. mit Verlag, Titel, Autor und Klappentext. Heute nicht, denn das hier wird keine gewöhnliche Rezension. Es sind vielmehr Gründe, wieso man dieses Buch einfach lieben muss (und wieso ich es einfach geliebt habe!)

1. In Fangirl geht es um das Schreiben. Das Schreiben von Fanfictions, das Schreiben von Fiction, das Schreiben im Allgemeinen. Es geht darum, sich auszudrücken, Worte lebendig werden zu lassen. Es geht darum, Schreibblockaden zu überwinden. Es geht darum, wie es ist, wenn man sich stundenlang in seinem Zimmer verschanzt und tippt, bis die Tasten glühen. Es geht darum, wie es sich anfühlt.
- Und es fühlt sich ganz genau so an.

2. Cath ist eine tolle Protagonistin. Sie ist genau das, was man hinter einer schreibsüchtigen Studentin erwartet - und noch so viel mehr. Man muss Cath erst entdecken, um sie kennen zu lernene. Man muss sie verstehen lernen. Man muss dahinter kommen, wie sie tickt. Cath kam mir unglaublich authentisch und greifbar vor. Ich hatte noch nie (!) eine Protagonistin, mit der ich mich so idenitifizieren konnte. Wir haben beide teilweise dasselbe gedacht - was gruselig, aber gleichzeitig wundervoll war.

3. Fangirl ist kein Buch, das auf falsche Dramatik setzt. Es ist kein Buch á la: Mädchen hat Krebs, schreibt Liste, verliebt sich und alles ist ganz furchtbar traurig (gut, ich muss zugeben, solche Bücher mag ich auch :D). Aaaaber: Fangirl ist anders. Traurig, wenn es sein muss. Lustig, wenn es passt.Fangirl hat von allen Emotionen das Beste - und dadurch zeichnet es sich aus.

4. Fangirl ist vielschichtig. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als sei es eine Geschichte über das Schreiben & den Unialltag, ist sie doch so viel mehr: Es geht um zerrütttete Familien, Zusammenhalt, Freundschaft, die erste Liebe & den ganz alltäglichen Wahnsinn. In diesem Buch steckt SO viel. Manche Themen werden nur angerissen, aber allein die Tatsache, dass es sie gibt, beweist, wie vielschichtig Fangirl ist.

5. Noch mal Cath. Denn Cath ist eine Protagonistin, die sich treu bleibt. Ich mag dieses falsche Entwickeln in New Adult Romanen nicht, was oft an der Tagesordnung steht. Dieses: Schüchternes Mädchen verliebt sich in Bad Boy und lernt dadurch, zu sich zu stehen. In Fangirl ist es anders. Natürlich entwickelt sich Cath, aber auf eine Art und Weise, die sie in ihrem eigenen Charakter stärker macht. Sie bleibt sie selbst. Sie liebt das Schreiben - aber vor allem die Fanfiction. Sie wird es immer lieben. Sie hat eine gewisse Einstellung gegenüber ihrer Familie - und diese bleibt. Vielleicht hat Cath mir gerade deshalb so gut gefallen. Weil es nicht immer nötig ist, sich zu verändern. Weil es manchmal einfach reicht, sich zu verbessern.

6. Die Sprache. Fangirl ist wunderschön geschrieben. Ich als Autorin liebe ohnehin schöne Sätze, Formulierungen und Wortschöpfungen. Fangirl hat einige dieser tollen Stellen, die man wieder und wieder lesen und nie vergessen will.

last but not least

7. Levi. Auf den ersten Blick ist er mir gar nicht richtig aufgefallen, dafür bin ich mir sicher, dass er mir im Gedächtnis bleiben wird. Levi ist nicht der typische Bookboyfriend, nicht der Badboy mit der traurigen Lebensgeschichte und der Millionen auf dem Konto. Levi ist ... Levi. Und das reicht. Er zeigt, je weiter die Handlung fortschreitet, immer mehr von sich. Mit jeder Seite habe ich ihn mehr gemocht.
Und unter uns, Levi: Du musst nicht wirklich mit Simon konkurrieren. Cath liebt dich mehr. Autoren sind nur manchmal so Feuer und Flamme für ihre Manuskripte, dass die reale Welt auf einmal wie ein Buch erscheint. Cath liebt dich trotzdem.

Ich bin Fangirl von Fangirl.


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