Freitag, 6. Januar 2017

Amokspiel von Sebastian Fitzek

***REZENSION AMOKSPIEL***

Puh, das wird jetzt lang. Glaube ich zumindest.

Meine Fitzek&Thriller-Vorgeschichte:
Thriller sind nichts für mich. Ich habe aufgehört sie zu lesen, da war ich 16. Seitdem haben sich meine Leseinteressen völlig geändert. Trotzdem verspüre ich ab und an Lust auf ein spannendes Buch, das geschieht etwa 5 Mal im Jahr. 2015 habe ich mich im November dazu entschlossen, einen Thriller von Fitzek zu lesen, ganz einfach, weil dieser Mann in den Himmel gelobt wird und ich den Hype nachvollziehen wollte. Daher kaufte ich mir sein Erstlingswerk "Die Therapie" und habe es in einem Rutsch gelesen. Weil es nicht anders ging. Weil es unfassbar, unfassbar, unfassbar (!) gut war & das Ende mir den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich erinnere mich daran, geschrien zu haben, als die Auflösung kam. Meine Augen flogen nur so über das Papier und egal, wie schnell ich las, es war nicht schnell genug. ICH MUSSTE EINFACH WISSEN, was hinter dieser Geschichte steckte. "Die Therapie" war eins meiner 5 Jahreshighlights 2015 und das als Thriller. So was passiert bei mir ... nie.
Weil mir das Buch so gut gefallen hat, war es klar, dass ich irgendwann noch einen weiteren Fitzek lesen wollte.
Das war jetzt der Fall.
Ich fand Amokspiel für den günstigen Preis von 6.66 - außerdem klang der Klappentext nach einer neuen Idee. Zusammen mit Fitzeks Schreibstil wäre das sicher eine tolle Leseerfahrung.

Hier der Klappentext:
Dieser Tag soll ihr letzter sein. Die Kriminalpsychologin Ira Samin hat ihren Selbstmord sorgfältig vorbereitet zu schwer lastet der Tod ihrer Tochter auf ihrem Gewissen. Doch dann wird sie in einen Radiosender gerufen, zu einem brutalen Geiseldrama: Ein Psychopath spielt ein makabres Spiel mit der Öffentlichkeit. Ira beginnt mit einer scheinbar aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören. Ein gnadenloses Psychoduell, das in einer atemlosen Jagd quer durch Deutschlands Hauptstadt kulminiert.
(Quelle: Amazon.de)

"Die Therapie" habe ich an einem Abend verschlungen. Für "Amokspiel" habe ich länger gebraucht, vor allem für die ersten 100 Seiten. Die zogen sich wie Kaugummi, ich kam nicht in die Geschichte rein und alles war irgendwie schwierig. Vorgestern Abend hatte ich dann die Schnauze voll :D & ich hab das Buch in einem Rutsch gelesen. Das waren dann etwa 300 Seiten.
Warum so schnell?
Weil ich wollte, dass es vorbei ist. Weil ich endlich wieder etwas Gutes lesen und nicht mehr Zeit als nötig mit diesem Buch verbringen wollte.

Ja, es klingt traurig und das ist es auch. Gerade weil ich mir so viel erhofft habe. Weil ich wirklich dachte, zusammen mit Fitzek den Sprung ins Thrillergenre zu schaffen. Aber es hat nicht geklappt. So gar nicht.

Wieso?
Mh.
Ich dachte immer, Bücher nerven nur dann, wenn man die Charaktere absolut nicht leiden kann, aber das stimmt so nicht.
Bücher nerven wirklich, wenn dir die Charaktere egal sind. Und alles, was um sie herum geschieht.
In "Amokspiel" gibt es viele Handlungsstränge. Mich haben alle gelangweilgt. Keiner der Charaktere hat es geschafft, mich mit seiner Geschichte zu überzeugen. Das ist schade, denn ich habe dem Buch eine Chance gegeben. Und eine zweite. Aber irgendwann will man einfach nur noch, dass es vorbei war.

"Amokspiel" ist gut geschrieben, daran hege ich keinen Zweifel. Aber die Protagonisten sind flach, die Story voller Klischees. Leider hat mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugt.

Wie gehts jetzt weiter mit Thriller und Fitzek?
Ich bleibe dabei, mehr als 5 Thriller im Jahr sind nicht gut für mich. Es ist einfach nicht mein Genre. Hinzu kommt, dass ich in dem jungen 2016 schon 2 dieser Sparte gelesen habe und beide schlecht fand. Daher wird es dauern, bis ich mich an einen neuen heranwage. Dennoch werde ich Fitzek noch eine Chance geben, gerade weil mich "Die Therapie" so umgehauen hat. Vielleicht ist ja "Amokspiel" das einzige seiner Bücher, das mir nicht gefällt. Man weiß es nicht. 


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