Montag, 20. November 2017

[BUCHVORSTELLUNG] BLAUBUNTE SCHMETTERLINGE von Regina Meißner

Hey ihr Lieben,

am 14.11.2017 hat mein neues Buch das Licht der Welt erblickt - mein erster längerer New Adult Roman. Der Ausflug in das Genre hat mir sehr gut gefallen, wenn es auch nicht immer einfach war. Der Fokus liegt auf den Gefühlen, auf der Chemie zwischen zwei Charakteren ... viel mehr als auf dem Weltenaufbau oder einem konfliktreichen Plot ... wobei Konflikte auch in einem Liebesroman wichtig sind.

Meine Protagonisten Zoe und Hayden haben mir einiges abverlangt - und das ist nicht nur eine Floskel, sondern es war teilweise wirklich schwer. Die erste Hälfte des Buches ließ sich schnell und einfach schreiben, die zweite war ein Kampf. Dennoch hoffe und glaube ich, dass es mir gut gelungen ist.


"Blaubunte Schmetterlinge" hat seinen Titel erst im letzten Drittel gefunden. Was er bedeutet, darf ich euch an dieser Stelle noch nicht verraten - denn das würde zu viel vom Inhalt vorweg nehmen. Was ich euch aber zum Lesen geben möchte, ist der Klappentext:

„Wir können uns nie selbst besiegen.
Am Ende bleiben wir, wer wir sind.“

Sie ist Malerin, er Musiker.
Sie will sich selbst verwirklichen, er die Welt sehen.
Als Zoe und Hayden aufeinandertreffen, ist es Liebe auf den ersten Blick.
Er inspiriert sie zu ihren schönsten Bildern und sie lässt ihn die außergewöhnlichsten Lieder schreiben.
Schon bald sind die beiden unzertrennlich.
Dennoch lässt Hayden Zoe vor dem Altar stehen.

Zwei Jahre später versucht Zoe in einer neuen Stadt immer noch ihren früheren Verlobten zu vergessen. Sämtliche Gedanken an Hayden sind verboten. Doch dann taucht plötzlich dessen Bruder Seth auf – mit einer Nachricht, die Zoe dazu bringt, nach Marywels zurückzukehren.
Zurück an den Ort, an dem alles begonnen hat und an dem sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss.

„Blaubunte Schmetterlinge“ ist eine Geschichte über Aufopferung, Niederlage und den Moment, in dem man sich verliert. Aber es ist auch eine Geschichte über das Träumen, das Loslassen und das Zurückfinden. 


Die Geschichte ist momentan ausschließlich als Ebook über Kindle Unlimited/Amazon verfügbar. Ein Print bietet sich für die Zukunft aber an. Noch wenige Tage könnt ihr das Ebook für nur 99 Cent lesen!

Hier geht's lang:
Klick mich

Es würde mich freuen, wenn ihr mal vorbei schaut :).

Sonntag, 19. November 2017

[REZENSION] DER HIMMEL IN DEINEN WORTEN von Brigid Kemmerer

Und plötzlich erkenne ich: Ein Buch muss nicht perfekt sein, um für dich perfekt zu sein. Es darf hier und da hinken, es darf Fehler haben und kann trotzdem dein Herz im Sturm erobern.

"Letters to the Lost" von Brigid Kemmerer wollte ich schon ewig lesen. Als "Der Himmel in deinen Worten" rauskam, habe ich nicht mal im Traum daran gedacht, dass es sich um die deutsche Übersetzung handelt. Umso glücklicher bin ich, dass ich es gelesen habe. Wobei ich es im Endeffekt viel lieber auf Englisch getan hätte. Aber letztlich geht's ja auch nicht nur um das WIE, sondern auch um das WAS.

Das WAS sieht folgendermaßen aus:

Immer hat Juliet Briefe an ihre Mutter geschrieben – selbst nach deren Tod vor Monaten hinterlässt sie ihr Nachrichten am Grab. Eines Tages findet sie eine Antwort: von einem Jungen, der genauso verzweifelt ist wie sie. Spontan schreibt sie zurück, und der Gedankenaustausch wird ihr zunehmend wichtiger. Doch dann erfährt Juliet, wem sie ihre tiefsten Gefühle offenbart hat. Sie kann nicht fassen, dass die Worte, die sie so berührt haben, von einem Loser wie Declan stammen. Oder ist seine raue Fassade nur ein Schutz, hinter dem sich eine verletzliche Seele verbirgt? (Quelle: Amazon.de)



Wie gesagt: Dieses Buch ist nicht perfekt. Der Spannungsbogen lässt an manchen Stellen nach, Klischees werden hier und da eingestreut und die beste Freundin der Protagonistin hat mich immer mal wieder die Augen verdrehen lassen, weil sie einfach ein niemand ist und über die ganze Geschichte hinweg blass geblieben ist.

Aber.
Mein Gott, ich liebe dieses Buch.

Wisst ihr, wie selten mir reine Liebesromane gefallen? Wie wenig ich ihnen abgewinnen kann? Wie verzweifelt ich immer nach einer guten Story dahinter und dem "Mehr" suche? Hier war der Liebesroman die gute Story. Und der Liebesroman war mein "Mehr". Mein Herz klopft, wenn ich an Juliet denke, die so viel mit mir gemein hat, die sich so ungern Schwächen eingesteht, so willensstark ist und gleichzeitig so traurig. Mein Herz klopft, wenn ich Declan sehe, den *Achtung Klischee* Außenseitertypen, den niemand wirklich versteht. Ich glaube, ich habe ihn verstanden.
Und dann sind da die Briefe. Die Art und Weise, wie die beiden sich begegenen und wie sie miteinander umgehen. Wie sie sich öffnen und sich in den Worten selbst entdecken. Und wie aus Briefen mehr wird.
Dieses Buch lebt von Anziehungskraft und doch gibt es bis zur letzten Seite nicht einen einzigen Kuss. Brigid Kemmerer hat zwei Menschen erschaffen, die sich emotional so nah sind, dass es keinen Körperkontakt erfordert. Weil in diesem Fall Worte so viel intimer sind.
Dieses Buch hat mich aus meiner Leseflaute geholt - aber wahrscheinlich habe ich schon wieder eine, weil ich nicht weiß, ob mich eine Geschichte noch einmal so schnell abholen wird. Dabei kann ich euch nicht einmal hundertprozentig sagen, wieso ich sie so liebe.
Sie war einfach im richtigen Moment richtig.
Und in meinem Herzen wird sie das immer bleiben.


Touché für "Der Himmel in deinen Worten".

(WERBUNG - Rezensionsexemplar, hat in keinster Weise meine Meinung beeinflusst)

Montag, 6. November 2017

[LESEMONAT OKTOBER] 2017

Heyho ihr Lieben,   [WERBUNG]

der Oktober war - trotz Unistress und viel Arbeit - ein erfolgreicher Lesemonat, in dem ich insgesamt neun Bücher geschafft habe. Davon war eines ein riesiger Flop, ein anderes ein Jahreshighlight.

Diese Bücher habe ich im Oktober gelesen:


History is all you left me 
Woyzeck   
Der Zauber des Winters
Blaubunte Schmetterlinge
(Doppelklick zu den Rezensionen)





Mein Oktober begann mit einem riesigen Flop, nämlich "Chosen" von Rena Fischer. Das Buch konnte mich leider gar nicht überzeugen, las sich wie eine zusammengestückelte Fantasygeschichte, die die Ideen von vielen anderen Büchern zur Inspiration genommen hat. Mir hat das "Besondere" gefehlt, das "Außergewöhnliche", was das Buch von anderen abgrenzt.

Woyzeck habe ich für mein Studium gelesen, "Blaubunte Schmetterlinge" und "Der Zauber des Winters" waren Korrekturprojekte.

Außerdem hielt der Oktober zwei Kinderbücher bereit, die mich beide von sich überzeugen konnten, weil sie durch neue Ideen und eine schöne Atmosphäre geglänzt haben. Die Rede ist von "Fayra" und "Wolkenschloss".

John Greens Buch "Turtles all the way down" hat mich vor die ein oder andere Herausforderung gestellt. Spraschlich fand ich es top, inhaltlich nicht so toll, weil die Geschichte einfach nicht vorangekommen ist. Aus diesem Grund konnte ich das Buch nicht bewerten und habe das auch in meiner Rezension so vermerkt.

Maja Köllingers Debütroman "Madness" hat mir bis auf Kleinigkeiten gut gefallen. Die Geschichte entwickelte sich rasant und das Wunderland mochte ich aufgrund seines Worldbuildings sehr gern. Leider ließ das Korrektorat sehr zu wünschen übrig.

"Der schwarze Thron" war mein Highlight diesen Monat und ist auch zu einem meiner Jahreshighlights geworden. Wenn mich High Fantasy so überzeugen kann, muss das Buch einfaxch grandios sein. Ich kann kaum den dritten Teil erwarten, werde ich sofort lesen - und - da bin ich mir sicher - ebenso sehr lieben wie die ersten beiden.

Ein weiteres Highlight und einen neuen Autor habe ich in Adam Silvera und "History is all you left me" gefunden. Auch dazu wollte ich eine Rezension schreiben, aber ich bin gescheitert, weil ich keien Worte kenne, die diese Besonderheit einfangen können. Daher empfehle ich es euch allen: Lest es, liebt es, lernt davon und denkt nach!

Welche Bücher habt ihr im Oktober gelesen? Was könnt ihr mir empfehlen?


Sonntag, 5. November 2017

[KURZREZENSION] FLUGANST 7A von Sebastian Fitzek

Innerhalb von zwei Tagen habe ich den neuen Fitzek durchgesuchtet und ich muss einmal mehr sagen, dass ich begeistert bin! "Flugangst 7A" war mein sechstes Buch von ihm und nach meinem absoluten Favoriten "Die Therapie" hat es mir am besten gefallen. Spannendes Szenario, glaubhafte Charaktere und viele Mindfuck-Momente! So muss für mich ein guter Thriller sein.



Anmerkung am Rande: Ich mag Thriller nicht mal. Ich lese im Jahr vielleicht drei, aber sobald Fitzek was Neues rausbringt, muss ich es lesen :D. Das macht den Autor in seinem Genre zu einer absoluten Ausnahme für mich.


Kennt ihr das Buch schon? Was habt ihr von Fitzek bisher gelesen? Ich kenne "Die Therapie", "Das Paket", "Passagier 23", "Achtnacht", "Flugangst 7A" und "Amokspiel". Lasst mir gern Empfehlungen in den Kommentaren da.

Mittwoch, 1. November 2017

[REZENSION] FAYRA DAS HERZ DER PHÖNIXTOCHTER

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 Nach "Wolkenschloss" ist "Fayra" schon mein zweites Kinderbuch im Oktober und bisher gefällt mir der kleine Exkurs richtig gut. Warum mir "Fayra" noch besser gefallen hat als Kerstin Giers neuestes Abenteuer, erfahrt ihr in meiner Rezension.

Darum geht es in "Fayra - Das Herz der Phönixtochter"

Die 12-jährige Anna-Fee hat mit ihren Eltern vor Kurzem eine schicke Wohnung in einem alten Herrenhaus bezogen. Im verwunschenen Garten des Anwesens begegnet sie nach einer Sturmnacht einem rätselhaften Mädchen. Fayra wurde von einem durchtriebenen Jäger aus einer Parallelwelt hierher gelockt, denn als Tochter eines von Phönixdrachen abstammenden Königs besitzt sie begehrte magische Kräfte. In einem Wettlauf gegen die Zeit suchen die Mädchen nach einem Feuertor, das Fayra wieder nach Hause und in Sicherheit bringt. (Quelle: Amazon.de)

Nina Blazon hat drei der Bücher geschrieben, die zu meinen absoluten Lieblingen gehören. Mit "Faunblut" hat meine Obsession damals angefangen, "Ascheherz" und "Zweilicht" haben noch einmal eine Schippe draufgelegt. Dennoch habe ich in den letzten Jahren Abstand von ihr genommen, weil sich mein Lesegeschmack so geändert hat, dass ich mir nicht mehr sicher war, ob mir die Bücher immer noch gefallen würden. "Fayra" hat dennoch mein Interesse geweckt und daher habe ich es al Rezensionsexemplar angefragt.



"Fayra" ist für ein jüngeres Publikum geschrieben worden als Blazons anfängliche Bücher. Das Lesealter würde ich auf 10-14 einstufen. Obwohl die Geschichte also nichts für meine Alterklasse war, hat sie mir sehr gut gefallen. "Fayra" besticht durch eine spannende magische Welt - das hat Blazon nicht verlernt. Die Fantasywesen sind nicht unbedingt neu, aber gut in Szene gesetzt und so dargestellt, dass man sich sofort in sie verliebt. Schauplatz ist ein uraltes Haus - das hat mir wahnsinnig gut gefallen, da so viele atmosphärisch dichte Szenen zustandekamen. Die Charaktere sind, trotz Kinderbuch, alles andere als flach und sehr viel vielschichtiger als beispielsweise Giers in Wolkenschloss. Ich bin durch die Geschichte von "Fayra" regelrecht geflogen - nach kleinen Anfangsschwierigkeiten konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen und musste wissen, wie es weiter geht. Der Plot entwickelt sich, es bleibt durchgehend spannend, Stück für Stück erfährt man mehr über die verborgene Welt. Gut gefallen hat mir das Erzähltempo, das nicht zu schnell war, um der Handlung nicht mehr folgen zu können, aber auch nicht zu schleichend, um sich zu langweiligen. Die Dialoge der Charaktere sind spritzig und frech, waren mir an manchen Stellen aber etwas zu hochgestochen. Den zweiten Handlungsstrang mit den LARP-Rollenspielern hätte ich nicht gebraucht, er war meiner Ansicht nach auch überflüssig. Das Problem hätte anders gelöst werden können.Ein weiteres Manko sehe ich im Lektorat/Korrektorat des Buches. Gerade ein großer Verlag wie cbj/cbt sollte darauf achten, dass die Bücher sprachlich und inhaltlich annähernd perfekt sind - leider wurden hier viele Flüchtigkeitsfehler übersehen, was man mit einem weiteren Korrekturdurchgang hätte verhindern können. Dafür kann aber die Autorin nichts, daher werde ich diesen Faktor in meiner Bewertung außen vor lassen.

Insgesamt ist "Fayra" ein spannendes Kinderbuch, das auch für Ältere geeignet ist, da es durch authentische Charaktere und ein atmosphärisches Setting besticht.

Aus diesem Grund bekommt das Buch von mir

Freitag, 27. Oktober 2017

[REZENSION] WOLKENSCHLOSS von Kerstin Gier

Weil ich für immer ein Fangirl der Edelsteintrilogie sein werde, bedeutet das zwangsläufig auch, dass jedes Jugendbuch von Kerstin Gier bei mir einziehen wird. Als das Cover von "Wolkenschloss" gezeigt wurde, habe ich mich sofort in diesen kitschigen Traum aus Lila verliebt und ich muss gestehen, dass ich den Klappentext nicht mal richtig gelesen habe, bevor das Buch im Einkaufswagen landete.

Ihr sollt natürlich wissen, um was es geht:

Ein magischer Ort in den Wolken. Eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist. Und das Abenteuer ihres Lebens. Der neue Roman von Bestsellerautorin Kerstin Gier.
Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz. (Quelle: Amazon.de)



Wahrscheinlich wisst ihr, dass ich mich mit Jugendbüchern mit Fantasyeinfluss immer weniger anfreunden kann und mir immer weniger gefällt. Lustigerweise hat "Wolkenschloss" keine fantastischen Einflüsse - überhaupt keine. Braucht es auch nicht.

Bevor ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich viele Rezensionen gelesen, weil mich interessiert hat, woher die kritischen Stimmen kommen und welche Aspekte der Geschichte sie für verbesserungswürdig halten.

Einen Kommentar habe ich immer wieder gelesen: Wolkenschloss ist langatmig, langweilig geschrieben und es passiert absolut nichts!

Zugegeben: Wolkenschloss ist kein Meisterwerk an Action, hat keinen Vorführcharakter, wenn es darum geht, möglichst viel Handlung auf möglichst wenig Seiten zu packen, aber ... muss es auch nicht.

Wisst ihr, was ich an Wolkenschloss liebe? Die Atmosphäre! Denn die hat Kerstin Gier erstklassig hinbekommen. Während des Lesens hatte ich durchweg das Gefühl, wirklich in der Schweiz zu sein, wirklich in meinem gemütlichen Zimmer zu sitzen, wirklich den Schnee fallen zu sehen und wirklich ein Teil des Schlosses zu sein! Ich verspreche euch: Ich war da, ich weiß nun alles! Es war sooo (!) schön, so gemütlich, warm und winterlich. Hierbei sei angemerkt, dass ich der größte Schnee- und Weihnachtsfan unter dieser Erde bin. Winterschloss zu lesen war wie ein langes Seufzen, wie das Gefühl, nach Hause zu kommen und nach einem anstrengenden Arbeitstag sich unter der Decke zu verkriechen ... zusammen mit Tee und einem guten Buch.

Außerdem finde ich gar nicht, dass so wenig passiert ist. Der Anfang war zugegebenermaßen etwas zäh, aber Mittelteil und Ende haben mir gut gefallen. Kurz vor der Auflösung gibt es übrigens einen ziemlich tollen Plottwist - den ich tatsächlich einige Seiten vorher vorausgeahnt habe, der aber trotzdem funktioniert hat :).

Trotzdem kann ich diese Rezension nicht ganz ohne Kritik schreiben, denn Wolkenschloss hinkt, wenn es um die Charaktere geht. Innerhalb der 450 Seiten lernt man sehr viele Figuren kennen, die man aber aufgrund besonderer Merkmale ganz gut voneinander unterscheiden kann. Dennoch sind die Charaktere klischeebehaftet: die naive Protagonistin, die sich als Heldin entpuppt. Die beste Freundin, die nur dafür da ist, um die beste Freundin zu sein. Die besorgte Mutter, die die Prota an die Wichtigkeit der Schule erinnert und der Love-Interest, der "wahnsinnig süß", aber doch sehr blutleer ist. Leider konnte mich die Liebesgeschichte nicht überzeugen. Auch mit Protagonistin Fanny hatte ich meine Probleme, denn die war, ungelogen, eins zu eins wie Gwendolyn oder Liv. Irgendwie habe ich eh schon länger das Gefühl, dass Giers Protagonistinnen sich sehr ähnlich sind, was ich schade finde: Die Welt da draußen ist groß und bunt genug für unterschiedliche Menschen.

Nun ja.
Trotzdem.
Ich habe "Wolkenschloss" wahnsinnig gern gelesen und würde auch sofort zu einem zweiten Teil greifen. Von mir gibt es daher



Samstag, 21. Oktober 2017

[REZENSION] TURTLES ALL THE WAY DOWN von John Green

Ich habe "Turtles all the Way down" vor etwa einer halben Stunde fertig gelesen und seitdem verzweifelt versucht, meine Gedanken zu ordnen. Doch mir gelingt es nicht, Struktur in das bunt-graue Chaos zu bringen, das dieses Buch in mir hinterlassen hat.

Ich liebe John Green.
Ich liebe seinen Schreibstil, seine Figuren, seine Geschichten.

Ich liebe auch "Turtles all the Way down".
Aber es hat mir nicht gefallen.

Ungefähr so sieht es momentan in mir aus. Und ich denke, treffender werde ich meine Gefühle auch nicht ausdrücken können. Aber damit ihr zumindest eine grobe Idee von dem bekommt, was in meinen Gedanken herumspukt, habe ich hier den Klappentext für euch:

Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht. (Quelle: Amazon.de)



John Greens Geschichten tragen immer etwas Besonderes in sich, sie haben das gewisse Etwas, das man bei anderen Büchern oft vermisst. Das gewisse Etwas gab es auch hier. Und es gab Aza. Aza, sechzehn Jahre alt, unsicher, kontrolliert, beherrscht, krank. Aza ist ein wahnsinnig toller Charakter, ich konnte sofort mit ihr fühlen, ihre Zwänge sind authentisch beschrieben und uns vereint so viel, dass ich teilweise regelrecht Angst vor ihren Gedanken hatte, weil sie auch meine Gedanken waren. Aza ist ein Mädchen voller Gegensätze, voller Konflikte - und auf ihre ganz eigene Art und Weise liebenswürdig. Aza war ein typischer Green Charakter, so wie Margo, Miles oder Hazel. 
Leider gab es in TATWD für mich nur Aza - denn alle anderen Figuren haben mich nicht erreicht. Ihre beste Freundin Daisy hat sich lediglich über Klischees definiert und ist blass geblieben. Ihre Mutter war auch vorhersehbar und hatte wenig "Eigenes" an sich und Davis hat für schöne Szene und tolle Zitate, aber für wenig Green-Feeling gesorgt. 

Ich mochte das Buch nicht, weil ich den Plot zusammenhangslos und belanglos finde. Weil in der Geschichte wenig passiert und mir das in diesem Fall zu wenig ist. Weil es Storylines gab, die gut gemeint waren, aber nicht gut gewirkt haben. Weil die Geschichte leer war bis auf Aza.
Aza all the Way down.

Aber. 
Ich liebe dieses Buch.
Denn es ist ein sprachliches Kunstwerk, wenn auch nicht unbedingt auf der syntaktischen, sondern viel mehr auf der semantischen Ebene. Ich liebe es, wie Green scheinbar alltägliche Dinge anspricht und damit Augen öffnet. Ich liebe TATWD für die vielen kleinen Weisheiten, die nie gewollt wirkten. Für kurze, scheinbar belanglose Sätze, die mich nachhaltig bewegt haben (Kann ich das nach einer halben Stunde sagen? Ja, kann ich - ich spüre es!). Green hat ein Gespür dafür, das Offensichtliche sichtbar und wichtig zu machen. Und ich glaube, das versteht man nur, wenn man TATWD liest.

Denn während man sich in Azas Kopf bewegt und jeden Tag durch ihre Augen sieht, erfährt man:

"We never really talked much or even looked at each other, but it didn't matter because we were looking at the same sky together, which is maybe even more intimate than eye contact anyway. I mean, anybody can look at you. It's quite rare to finde someone who sees the same world you see."

"Your now is not your forever."

"I was beginning to learn that your life is a story told about you, not one that you tell."

"To be alive is to be missing."

"Turtles all the way down" ist kein neues "Paper Towns", was für mich wahrscheinlich immer Greens Favorit bleiben wird. Es ist auch kein neues "The Fault in Our Stars". Es ist anders, untypisch, story-technisch schwach, aber es vermittelt so viel ... und wahrscheinlich ist das wichtiger.

(Keine Stern-Bewertung an dieser Stelle, weil das bedeuten würde, dass ich meine Gedanken ordnen kann ... was nicht funktioniert.)